Zufriedene oder begeisterte Gäste – wo liegt eigentlich der Unterschied?

Ich war vor einiger Zeit in einer Unterkunft, an der es eigentlich nichts auszusetzen gab.
Sauber, ordentlich, bequemes Bett. Die Schlüsselübergabe hat funktioniert. Alles da. Na gut, der Wasserkocher hat gefehlt. Für mich als Teetrinkerin schon fast ein mittelschweres Drama. Aber wir wollen mal nicht kleinlich sein.
Wenn mich danach jemand gefragt hätte, wie es war, hätte ich wahrscheinlich gesagt: „War in Ordnung.“ Und über diesen Satz musste ich irgendwann nachdenken. Was heißt eigentlich in Ordnung? Im Grunde doch nur: Es gab keinen wirklichen Grund, sich zu beschweren. Alles hat seinen Zweck erfüllt. Man hat bekommen, was man gebucht hat. Das ist erst einmal gut. Aber würde ich wegen „in Ordnung“ wiederkommen?
Dann gibt es zufrieden. Zufrieden klingt schon besser. Das Zimmer war schön, alles hat geklappt, ich habe gut geschlafen und würde eine gute Bewertung hinterlassen. Als Gastgeber kann man damit eigentlich sehr zufrieden sein. Wortspiel beabsichtigt.
Aber dann gibt es noch begeistert. Und Begeisterung ist für mich etwas völlig anderes. Begeistert bin ich nicht, weil fünf Handtücher statt vier im Bad liegen. Begeistert bin ich meistens dann, wenn etwas passiert, womit ich nicht gerechnet habe.
In einer anderen Unterkunft lag bei unserer Ankunft eine kleine persönliche Nachricht. Kein Präsentkorb. Kein Champagner. Kein riesiger Aufwand. Aber plötzlich war da dieses Gefühl: Da hat jemand an uns gedacht.
Und genau da kippt für mich etwas. In Ordnung heißt: Es hat nichts gestört. Zufrieden heißt: Meine Erwartungen wurden erfüllt. Begeistert heißt: Da war etwas, das ich nicht erwartet habe – und genau das nehme ich mit nach Hause.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir über manche Unterkünfte nie wieder sprechen. Sie waren vollkommen in Ordnung. Andere erwähnen wir Jahre später noch. Nicht unbedingt, weil sie schöner oder teurer waren, sondern weil dort irgendetwas passiert ist, das hängen geblieben ist.
Und genau diese kleinen Dinge interessieren mich bei Gastmoment. Natürlich muss zuerst die Basis stimmen. Die schönste Willkommenskarte rettet kein dreckiges Badezimmer. Und ja: Ein Wasserkocher wäre auch schön. Aber wenn alles funktioniert, beginnt für mich eigentlich erst die spannende Frage: Was bleibt meinem Gast davon im Kopf?
Wenn Sie Ihre eigene Unterkunft darauf einmal überprüfen möchten, starten Sie meinen kostenlosen Gastmoment-Blick. Diesen finden Sie oben rechts im Bild.
Schauen Sie für ein paar Minuten nicht als Gastgeber auf Ihre Unterkunft, sondern als Gast. Und fragen Sie sich am Ende: Wäre ich bei mir in Ordnung aufgehoben, zufrieden – oder würde ich begeistert nach Hause fahren? 🌿
Herzlichst Juliane


