Gäste begeistern in der Ferienwohnung: Was wirklich in Erinnerung bleibt

„Es war alles sauber und ordentlich.“ Das ist eine gute Bewertung. Wirklich. Sauberkeit ist wichtig, und ich weiß, wie viel Arbeit dahinterstecken kann.
Ich habe selbst mehrere Jahre als Personalleiterin im Dienstleistungsbereich gearbeitet. Zuverlässige Menschen zu finden, die ihre Arbeit wirklich gut machen, war schon damals nicht immer einfach. Und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Gastgeber genau diesen Kampf kennen: eine gute Reinigungskraft oder Firma finden, die zuverlässig kommt und bei der man nicht jedes Mal kontrollieren muss.
Wenn dann ein Gast schreibt: „Alles war sauber und ordentlich“, darf man sich darüber also durchaus freuen. Nur: Begeisterung ist das noch nicht.
Sauber ist die Voraussetzung. Nicht die Erinnerung. Wenn ich irgendwo übernachte und alles sauber ist, denke ich: Gut. Hier kann ich wieder buchen, wenn ich irgendwann noch einmal genau an diesen Ort muss. Aber ich fahre nicht nach Hause und erzähle meiner Freundin begeistert davon, dass unter dem Bett kein Staub lag.
Was mir im Kopf bleibt, sind andere Dinge.
Wenn jemand mitgedacht hat. Wenn etwas besonders war. Wenn ich das Gefühl hatte: Hier bin ich nicht Buchungsnummer 08/15. Hier hat jemand mich als Gast gesehen. Und dafür* müssen Sie als Gastgeber nicht einmal vor Ort sein*. Wann werden wir heute eigentlich noch wirklich gesehen?
Denken Sie einmal an Ihren eigenen Alltag.Beim Arzt geht vieles schnell und nach Schema. An der Kasse wird gescannt und bezahlt. Einkäufe erledigen wir online. Am Telefon sprechen wir inzwischen teilweise mit einer KI, bevor überhaupt ein Mensch ins Spiel kommt. Vieles funktioniert hervorragend. Aber dieses kleine Gefühl „Da hat mich gerade wirklich jemand wahrgenommen“ ist ziemlich selten geworden. Vielleicht berühren uns genau deshalb die Momente so sehr, in denen es doch passiert.
Und genau darin liegt für kleine Gastgeber eine riesige Chance.
Sie brauchen dafür keine 24-Stunden-Rezeption. Sie müssen Ihre Gäste nicht persönlich empfangen und auch nicht ständig erreichbar sein. Gastfreundschaft kann man spürbar machen, auch wenn gerade niemand da ist. Es steckt in den Dingen, bei denen ein Gast merkt: Da hat jemand vorausgedacht. Da kannte jemand vielleicht genau die Frage, die jetzt gerade entsteht. Da wurde etwas nicht einfach hingestellt, weil es in jede Ferienwohnung gehört.
Sondern weil ich als Gast jetzt hier bin. Das ist für mich der Unterschied zwischen einer Unterkunft, die gut funktioniert, und einer, die Gäste begeistert.
Und wie schafft man genau das?
Genau darum geht es bei Gastmoment.
In meinem digitalen Praxisleitfaden 10 Gastmomente zeige ich Gastgebern, wie sie solche Momente bewusst schaffen können – ohne ständig vor Ort sein zu müssen und ohne aus ihrer Ferienwohnung ein Hotel zu machen.
Denn sauber und ordentlich darf Ihre Unterkunft selbstverständlich sein.
Aber vielleicht soll Ihr Gast am Ende noch etwas anderes über sie erzählen können.
Herzlichst Juliane


